Elektrik Batterie

Die Elektrik an Bord ist ein heikles Thema. Ich habe mich in dem Buch „Elektrik auf Yachten“ von Michael Herrmann,

https://www.palstek.de/produkte/elektrik-auf-yachten

informiert.

Kurz nach der Übernahme des Schiffes waren bereits 2 Batterien und die Lichtmaschine defekt. Dies hat mich veranlasst folgende Punkte zu überarbeiten:

  • Völlige Trennung der Batterie
  • Ladegerät
  • Lichtmaschine
  • Trenndiode
  • Hochleistungsregler
  • Batterie Management
  • Wechselrichter
  • Kühlschrank
  • Kabelquerschnitt
  • Minus über Rumpf

Völlige Trennung der Batterie

Grundsätzlich setzte ich Säurebatterien ein. Sie sind preiswerter und insbesondere auf einem Motorboot problemlos einzusetzen. Es muss jedoch sicher gestellt werden, dass keine Säure auslaufen kann.

Als Starterbatterie habe ich eine  Exide Premium 12 V 100 Ah (900 A). Sie ist völlig unabhängig von dem übrigen Bordnetz. Es besteht lediglich eine Verbindungen zu Lichtmaschine und  Starter. Geschaltet wird das Bordnetz mit dem Zündschloss. Über ein Relais wird das Verbrauchernetz mit der Versorgungsbatterie verbunden.

Die Exide Premium 12 V 100 Ah (900 A) ist eine geschlossene Säurebatterie. Eine Kontrolle des Säurestandes ist nicht möglich. Mir persönlich ist dies nicht ganz sympathisch.

Als Verbraucherbatterie setzt ich drei Sola-, Traktionsbatterien 12 V je 110 Ah c100 ein. Gesamtkapazität 330 Ah. Diese Batterien sollen stabiler sein und bei gleichmäßiger Stromabnahme, ohne hohe Spitzen wie bei der Starterbatterie,  eine längere Lebensdauer haben. Die Batterien sind parallelgeschaltet, also alle drei Plus- und alle drei Minuspole miteinander verbunden.

Für das Bugstrahlruder befindet sich in unmittelbsarer Nähe eine 70 Ah Autobatterie.

Ladegerät

Zum Laden der Batterien setzte ich das Sterling 1230 CED 30 A ein. Von diesem

Ladegerät Größer: Klick aufs Bild
Ladegerät
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Gerät können drei Batterien unabhängig voneinander  geladen werden. Der Ladevorgang gliedert sich in drei Phasen. Auf billige Baumarkt Geräte sollte man verzichten. Ich habe jedenfalls für den Dauerbetrieb schlechte Erfahrungen damit gemacht.

http://sterling-power.com/pages/product-categories

Lichtmaschine

Die am Motor (OM 636) vorhandenen Lichtmaschine mit 20 A schien mir für die

Lichtmaschine / Hochleistungsregler Größer: Klick aufs Bild
Lichtmaschine / Hochleistungsregler
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Batteriekapazitäten zu schwach.

Für die Verbraucherbatterie und die Bugstrahlruder-Batterie habe ich eine Leistungsstarke 90 A Lichtmaschine eingebaut. Der Antrieb erfolgt über einen separaten flachen Keilriemen, über den auch die Wasserpumpe für die Auspuffkühlung angeschlossen ist. Eine entsprechende Antriebsscheibe wurde vor die vorhandene Keilriemenscheibe gesetzt.

Trenndiode

Um die Trennung der Batterien sicherzustellen, ist die Lichtmaschine über die

Trenndiode Größer: Klick aufs Bild
Trenndiode
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Sterling Trenndiode 130 A, mit 2 Ausgängen, mit der Bugstrahl – und der Verbraucherbatterie verbunden. Ich erwähne diese Trenndiode deswegen, weil sie keinesfalls zu schwach gewählt werden darf. Mir sind Trenndioden / Relais schlicht verbrannt, obwohl mir auf einer Bootsmesse zu der entsprechenden Kombination geraten wurde.

Hochleistungsregler

Die 2. Lichtmaschine wird mit einem Sterling Hochleistungsregler  gesteuert. Dieser Regler arbeitet wie das Ladegerät in drei Ladephasen. Um eine korrekten Anschluss sicherzustellen, bin ich mit der bei einem Autoverwerter erstandenen Lichtmaschine und der Sterling Einbauanweisung  zu einem Autoelektriker gegangen. Dieser hat zunächst die Lichtmaschine durch gemessen und dann das so genannte Erregerkabel gesetzt. Danach habe ich den Hochleistungsregler gem. seinen Angaben und der Installationsanweisung installiert.

Um die Batterie vor Überhitzung zu schützen, wird ein Temperatur-Sensor an der Batterie angeschlossen und mit dem Hochleistungsregler verbunden.

Mit dem Hochleistungsregler bin ich sehr zufrieden. Die Batterien werden in kürzester  Zeit, je nach Drehzahl des Motors, wieder aufgeladen. Ich habe schon Ladevorgänge von 60 A beobachtet.

Batterie Management

Um den Zustand der Batterien unter Kontrolle zu haben, setze ich den Sterling

Batteriemanagement Größer: Klick aufs Bild
Batteriemanagement
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Batterie Management Controller S200A ein. Für die Verbraucherbatterie erhalte ich eine exakte Kapazitätsaussage. Von den anderen beiden Batterien wird  V und die Lad- bzw. Entladekapazität angezeigt.

Angeschlossen sind die Batterien über einen  200A Shunt.

Kühlschrank

Zunächst war ein Absorberkühlschrank eingebaut. Ein großer Vorteil ist die Kühlung durch 12 V, 220 V und Gas.  Die Gaszufuhr sollte aus Sicherheitsgründen nicht ständig eingeschaltet sein. Für eine leichte Bedienung,  habe ich einen Truma-Gasfernschalter nahe am Kocher eingebaut.

Wird dieser Absorberkühlschrank mit 12 V betrieben, so ist selbst meine Batterie mit 330 Ah, nach einer Nacht nahezu leer.

Aus diesem Grund haben wir einen Kompressorkühlschrank Coolmatic CR-110 von Waeco eingebaut. Hierbei wurde gleichzeitig die Kapazität vergrößert.

https://www.dometic.com/de-de/de/produkte/essen-und-trinken/k%c3%bchlung/k%c3%bchlschr%c3%a4nke/dometic-coolmatic-crx-110-_-79729

Mit diesem Kühlschrank sind wir mehrere Tage unabhängig.

Wechselrichter

Wechselrichter Größer: Klick aufs Bild
Wechselrichter
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Für die Navigation setzte ich einen PC-Plotter ein. Hierfür werden 220 V benötigt.  Da wir also einen Wechselrichter brauchten, haben wir gleich ein leistungsstarkes Gerät, DC/AC Pure Sine Wave Inverter SI-12200/E Leistung 2000 W, installiert. Mit diesem Gerät können wir auch unsere Espresso-Maschine benutzen. Manuell wird der Wechselrichter mit dem Bordnetz verbunden. Die Verbindung zum Ladegerät muss getrennt werden.

Danach wird der Wechselrichter vom Armaturenbrett mit entsprechender

Wechselrichter-Schalter Größer: Klick aufs Bild
Wechselrichter-Schalter
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Kontrolllampe eingeschaltet.

Kabelquerschnitt

Kabelquerschnitte, gerade bei 12 V , ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Einige Kabel habe ich ausgetauscht. Insbesondere das Kabel von der Trenndiode zu der im Bug befindlichen Batterie. Hier wurde ein Daumen dickes Kabel verlegt.

Nach Betätigung des Bugstrahlruders fließen erhebliche Leistungen (A) in Richtung Batterie.

Minus über Rumpf

Gemäß dem oben erwähnten Buch „Elektrik auf Yachten“ sollte der minuspol nicht über den Rumpf geleitet werden. Diese Problem habe ich erst teilweise abgeändert.